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Diplomfeier ML und VL 2017

01. 12 2017

Überzeugend auf der ganzen Linie

66 Marketingleiter und 123 Verkaufsleiter erhielten am 25. November im Hotel Victoria-Jungfrau in Interlaken ihre eidg. Diplome. Beide Jahrgänge lieferten eine überdurchschnittliche Leistung ab – und glänzten auch in Gebieten, die in der Regel nicht zu den Lieblingen der Sales- und Marketingleute gehören.

Manchmal tischt einem das Leben die tollsten Zufälle auf. So unglaubliche Geschehnisse und Parallelitäten, dass man jemanden dahinter vermutet, der mit einem Marketingplan ans Werk ging. Oder kann es wirklich Zufall sein, wenn sich gegen 300 der hellsten Schweizer Köpfe an zwei hochkarätige Weiterbildungen machen – und dann auf den beiden obersten Treppchen zwei Männer stehen, die aus dem gleichen Schweizer Städtchen stammen? Liegt es am Grundwasser? Oder an der starken Performance der dortigen Volksschule? Hat die Welt den Vierwaldstättersee bisher nicht richtig eingeschätzt als Quell für Top-Leistungen?

Küssnacht rules

Lassen wir das Philosophieren. Und gehen, wie das die Stärke des dualen Weges ist, rein in die konkrete Welt der Praktiker. Denn just in dieser Domäne kam es Ende November, an der Diplomfeier der Marketingleiter und Verkaufsleiter, zum eingangs angetönten Zufall. Die geographische Evidenz spricht für sich. Sven Staub, 32, bester Marketingleiter 2017: Aus Küssnacht am Rigi. Michael Erni, 34, bester Verkaufsleiter des Jahrs: Aus Küssnacht am Rigi. Beides zweifache Väter, beide bereiteten sich an der KV Luzern Berufsakademie auf die Prüfung vor. Und beide kannten einander schon als Dreikäsehochs. Wobei der etwas kleiner gewachsene Staub früher «fast ein wenig Angst» vor Erni hatte: «Weil er so gross war.» Tatsächlich kommt der Jahrgangsbeste bei den Verkaufsleitern mit 1.98 Meter riesig daher. Was ihn zum Basketballer prädestinierte. In der Weiterbildungsleistung aber begegneten sich Erni und Staub auf gleicher Höhe. Ebenso in ihrer Einschätzung zum Wert der berufsbegleitenden Weiterbildung: «Der Praxisbezug ist absolut gegeben.»

Sehr starker Jahrgang

Weshalb der Marketing- und Verkaufs-Musenkuss so dezidiert in Küssnacht am Rigi zuschlug, konnten weder Erni noch Staub stichhaltig erklären. Wir sagen: Küssnacht rules. Und vermuten: Da steckte wohl eine Extraportion richtig harte Arbeit dahinter. Und damit waren die beiden Jahrgangsbesten nicht alleine: Die Class of 2017 zeichnete sich generell durch hohen Einsatz und starke Resultate aus.

Insgesamt 76 Personen hatten die Marketingleiter-Prüfung beendet, 87 Prozent davon reüssierten. Das ist ein starkes Stück mehr als noch im Vorjahr, als 78 Prozent bestanden hatten. Ein ähnliches Bild zeigte sich bei den Verkaufsleitern. Dort beendeten 178 Lernwillige die Prüfung, 69 Prozent erhielten grünes Licht. 2016 lag der Wert bei 63 Prozent.

Damit nicht genug der Performance-Steigerung. Auch bei den Durchschnittsnoten rückten die Prüflinge 2017 vor. Lag der Gesamtdurchschnitt bei den Marketingleitern 2016 noch bei 4.3, so war es ein Jahr später schon ein Wert von 4.4. Die Verkaufsleiter ihrerseits rückten von 4.1 (2016) auf neu 4.2 vor.

«Nach der Prüfung ist vor dem Leben»

Und wer den Cracks aus den Bereichen Marketing und Verkauf in der Regel viel Talent in kreativen Fächern und etwas weniger Agilität in der zahlenlastigen Unternehmensrechnung zutraut, musste umlernen. Hier kreuzten die Marketingleiter mit einer Durchschnittsnote von 5.0 das Zielband; bei den Verkaufsleitern war es eine 4.8.

Prädikat: Hier war ein richtig starker Jahrgang am Werk, überzeugend auf der ganzen Linie. Eine Gruppe von gescheiten jungen Leuten, die Durchhaltewillen zeigt, über ein starkes Nervenkostüm verfügt und im richtigen Moment ihr volles Wissen abrufen kann. Dazu gehört auch, dass man Erfolge feiert – und danach wieder motiviert an die Arbeit geht. «Nach der Prüfung ist vor dem Leben», gab Moderator Kurt Aeschbacher den versammelten Talenten im Hotel Victoria-Jungfrau mit auf den Weg.

Europa bewundert unser Bildungssystem. Aber kennt es zu wenig

Wobei dieser Weg durchaus auch mal ins Ausland führen kann. Und dann wird es ein wenig komplizierter mit den eidg. dipl. Abschlüssen. Es zeigt sich eine ziemlich merkwürdige Situation. Einerseits reisen Bildungsminister aus ganz Europa in die Schweiz und bewundern hier unser duales Bildungssystem, das auf die starke Verbindung aus Theorie und Praxis setzt. Auf der anderen Seite aber sind unsere Abschlüsse im Ausland zu wenig bekannt.

Deshalb holte Aeschbacher einen Fachmann auf die Bühne. Swiss-Marketing-Vorstandsmitglied Peter Petrin erklärte, wie es zu dieser Bildungs-Dissonanz kommen konnte. Euroland baue meist auf Master-Abschlüsse. Man bewundert dort zwar, wie gesagt, den Schweizer Praxis-Bezug, kann dann aber unsere eidg.-dipl-Abschlüsse nicht richtig einordnen. Damit sich dies bessert, hob Swiss Marketing vor einigen Jahren das Europa-Zertifikat aus der Taufe. Damit haben Schweizer Absolventen ein Papier in der Hand, das ihre Swiss-Marketing-Abschlüsse mit europäischen Titeln vergleichbar macht. Petrin nannte das Zertifikat eine «Bildungs-Brücke nach Europa». Bestimmt eine gute Sache in einer Zeit, da sich die Welt immer stärker vernetzt. Was auch eine gute Sache ist: Der amtierende Präsident von Swiss Marketing, Uwe Tännler, wird ab März 2018 während zwei Jahren die European Marketing Confederation (EMC) präsidieren. Und kann damit dem Schweizer Wesen auf gesamteuropäischer Ebene eine stärkere Stimme geben.

Grosser Einsatz, grosse Unterstützung

Aber zurück zur Diplomfeier der Marketing- und Verkaufsleiter in Interlaken: Die erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen zeichnen sich nicht nur durch ihre optimale Verschränkung aus Theorie und Praxis aus, sondern auch durch ihren Willen, durch eine harte Zeit zu gehen.

Während ihrer Vorbereitung auf die Prüfung kamen Familie, Freunde und Kollegen oftmals zu kurz. Viel Verständnis und Unterstützung war da gefragt, wenn einst durchaus festwillige Party-Animals plötzlich mit Abstinenz auf sich aufmerksam machten. Verzicht auf Familien-Ferien, Langschläfer-Weekends und rauschende Nächte – das ist der (mindestens kurzfristige) Preis, den es für eine berufsbegleitende Weiterbildung zu zahlen gilt.

Parallel-Leistung mit Hand und Fuss

Wobei es hier noch einmal spannende News aus Küssnacht am Rigi zu vernehmen gab. Michael Erni, Jahrgangsbester der Verkaufsleiter, berichtete auf der Bühne, dass just zur Zeit der Prüfungsvorbereitung Vorgänge stattfanden, die zu einem Resultat mit Hand und Fuss führten: In dieser Phase wurde das zweite Kind gezeugt. Ein Beweis mehr dafür, wie intensiv hier die Verschränkung aus Theorie und Praxis gelebt wird.

Prüfungsleiterin Ibi Bertschi sagt es so: «Ein Gramm Handeln ist mehr wert als eine Tonne der Predigt. Sie haben gehandelt, gebüffelt und geschwitzt - nun dürfen Sie den Lohn dafür ernten - herzliche Gratulation. Geniessen Sie diesen tollen Moment und handeln Sie auch in Zukunft so erfolgreich!»

Impressionen

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